Miteinander reden statt übereinander

„Bauer unser“: Zu unserer Filmvorführung war der Saal „Beim John“ in Obing gut gefüllt. Die Dokumentation von Regisseur Robert Schabus zeigt gleichermaßen ungeschönt wie unaufgeregt, wie es auf landwirtschaftlichen Betrieben zugeht. Doch so vielfältig die im Film vorgestellten Betriebe sind, so einhellig der Tenor: So kann und wird es nicht weitergehen. Das Mantra der Industrie – schneller, billiger, mehr – wird von allen Beteiligten in Frage gestellt. Im Film wird deutlich, wie Landwirtschaftspolitik und Gesellschaft immer öfter vor der Macht der Lebensmittelindustrie kapitulieren. Ein Grundübel ist die zunehmende Spezialisierung im Zuge der „Wachse oder weiche“ Ideologie und die für die Bauern ruinöse Orientierung am Weltmarkt. Im Film zeigen ein großer Gemüsebauer und Mutterkuhhalter mit vielen Angestellten und ein kleiner, sehr vielseitiger Familienbetrieb, dass es auch anders geht.

Die anschließende Diskussion war sehr lebendig und mit viel Anklage an die verantwortliche Politik verbunden. Düngeverordnung, Lebensmittelverschwendung, die Preispolitik der Discounter und Supermärkte, mangelnde Wertschätzung für die Berufe in der Lebensmittelbranche wurden vom Publikum thematisiert. Ich habe versucht, die Ziele der Grünen Landwirtschaftspolitik zu vermitteln und ging auf alle Probleme und Fragen ausführlich ein. Am Ende war man sich einig: Akteure leiden aus verschiedensten Gründen unter der augenblicklichen Situation. Es besteht also großer Handlungsbedarf. Aber an diesem Abend wurde ein Anfang gemacht.

Klare Kante gegen Rechtsradikalismus

Die gestrigen Ereignisse in Hanau haben es wieder gezeigt: Rechtsterrorismus ist ein riesiges Problem bei uns. Nur 48 Stunden zuvor war genau dies das Thema beim Grünen Abend in Hörpolding mit unserer bayerischen Fraktionsvorsitzenden Katharina Schulze. Denn leider zeichnet sich schon länger ab, dass die rechte Szene stärker wird und vor nichts zurückschreckt.  Mich erschüttert sehr, dass die Ereignisse in Hanau nun genau das wiederspiegeln. Wir müssen unsere Demokratie schützen – und dem wachsenden Rechtsradikalismus mit allen Möglichkeiten entgegenwirken

Hier der Link zum Artikel „Klare Kante gegen Rechtsradikalismus“

Vorreiter für die Bio-Landwirtschaft

Der Gründer der Herrmannsdorfer Landwerkstätten, Karl Ludwig Schweisfurth, ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Er war ein Vorreiter in der Biobranche, weil er Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Biolebensmitteln immer zusammen gedacht hat. Er wusste, dass gute Landwirtschaft auch gutes Lebensmittelhandwerk braucht, weil nur so die bäuerliche bayerische Landwirtschaft gegenüber der industriellen Lebensmittelbranche bestehen kann. Auch die landwirtschaftliche Ausbildung in seinen Herrmannsdorfer Landwerkstätten ist bis heute vorbildlich. Wir verabschieden uns von einem echten Pionier.

Biofach: Mehr staatliche Unterstützung für den Biomarkt

Heute habe ich die gemeinsam mit den Grünen Bundestagsabgeordneten Renate Künast und Harald Ebner die BioFach in Nürnberg besucht. Die Biomarkt boomt zwar – aber er braucht auch konsequente staatliche Unterstützung und ein klares Bekenntnis Pro Bio. Beispielsweise durch die Förderung des Bayerischen Biosiegels und des Bio-Anteils in der Außer-Haus-Verpflegung. Da muss die Bayerische Staatsregierung deutlich aktiver werden! Denn Schmetterlinge, Feldhasen und Kornblumen brauchen Lebensräume. Für den Erhalt unserer heimischen Pflanzen- und Tierwelt brauchen wir mehr ökologische Landwirtschaft!

 

Zusammen erobern wir die bayerischen Kommunalparlamente!

Eine Aktion für Grüne Frauen, die Kandidatinnen für die Kommunalwahlen im Landkreis Traunstein und Rosenheim sind! Mit mehr als doppelt so vielen Teilnehmerinnen als erwartet waren wir gemeinsam auf der Fraueninsel. Mit Input von Jolana Dandl über Social Media und Johanna Mathäser über Frauen in Führungspositionen und mit Kaffee und Butterbrezen dazu war der Vormittag ein voller Erfolg! Sich gegenseitig unterstützen und vernetzen das ist das Wichtigste.

Zusammen erobern wir die bayerischen Kommunalparlamente!

#FrauenWählenFrauen !

100% Biomilch – beim Ökolandbau endlich in die Gänge kommen!

Der Ökolandbau in Bayern wächst etwas langsamer. Darauf kann es nur eine Reaktion geben: Wir müssen den Ökolandbau fördern: Erzeugung ausbauen, Verarbeitung fördern, Absatz sichern. Es kann nicht sein, dass die fünfgliedrige Fruchtfolge im Kulturlandschaftsprogramm (Kulap) nur für konventionelle Betriebe ausgeglichen wird – Biobetriebe aber gehen leer aus. Das ist ein völlig falsches Signal.

Bis 2030 will der Freistaat einen Öko-Marktanteil von 30 Prozent am Lebensmittelmarkt erreichen. Der Öko-Umsatz soll also von derzeit rund 1,6 Milliarden Euro auf 8,5 Milliarden Euro steigen und sich damit verfünffachen. Wenn das funktionieren soll, muss die Söder-Regierung bald mal in die Gänge kommen und selbst als Abnehmerin aktiv werden, beispielsweise im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung. Es bringt überhaupt nichts, wenn die staatlichen Kantinen künftig 50 Prozent Bio- „oder“ regionale Lebensmittel anbieten. Nur Bio „und“ regional sichert unsere heimische Landwirtschaft und die Artenvielfalt. 100% Biomilch – beim Ökolandbau endlich in die Gänge kommen! weiterlesen

Spannring: Regionale Wertschöpfung und aktiver Klimaschutz

Kürzlich war ich in Inzell bei der Firma Spannring Holz und Bau. Sägewerk und Zimmerei unter einem Firmendach – das gibt es nicht mehr oft. Für die Firma Spannring ist aber gerade das ein großer Vorteil und das Besondere an ihrem Betriebskonzept. Ganz oben steht bei Spannring nämlich die Qualität und die regionale Wertschöpfung! Deshalb werden die Hölzer direkt aus der Region von unseren Waldbauern und von den Bayerischen Staatsforsten bezogen und verarbeitet; wenn das nicht möglich ist, kommt das Holz aus zertifiziertem Anbau aus Deutschland und Österreich.

An diesem Beispiel zeigt sich deutlich: wenn Erzeuger (Waldbauern), Verarbeiter (Sägewerk und Zimmerei) und Verbraucher bzw. Käufer gut zusammenarbeiten und regionale Qualität wertschätzen, ist das ein aktiver Beitrag zu einer stabilen regionalen Wirtschaft und zum Klimaschutz!

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Wider die Entfremdung – durch respektvollen Umgang

Zur der Vorstellung derGemeinderats-Kandidat*innen im Waginger Ortsteil Otting kamen auch viele Bauern aus dem Landkreis, die über ihre Sorgen und Nöte berichteten. Ich habe großes Verständnis für den Unmut über die schwierige Situation, in die sie durch jahrelang verfehlte Politik von Regierung und Bauernverband gebracht wurden. Und ich freue mich sehr darüber, dass sie den Dialog mit uns Grünen suchen. Ich sehe es als eine der wichtigsten Aufgaben für die Politik, den teilweise sehr rauen Ton zwischen Landwirt*innen und Verbraucher*innen wieder zu entschärfen und die Entfremdung zu überwinden. Unsere Gesellschaft ist auf gutes soziales Miteinander angewiesen! Wir müssen  alle wieder ehrlicher, respektvoller und verträglicher miteinander umgehen und gemeinsam an einem Strang ziehen, damit uns die anstehenden Veränderungen nicht überrollen.

Zukunftsperspektive für Landwirtschaft schaffen

Was die Landwirtschaft fordert? Echte Wertschätzung, geänderte Rahmenbedingungen, faire Preise und Wertschöpfung über den Markt. Womit sie durch die CSU in der Bundesregierung besänftigt wird? Mit einer Milliarde Euro, die unsere Bäuerinnen und Bauern wirken lässt, als würden sie nur wegen des Geldes protestieren (https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/koalition-einigt-sich-auf-bauernmilliarde-11965939.html). .

Wir müssen die echten Probleme endlich angehen und unsere Bäuerinnen und Bauern in ihrer Gesamtheit unterstützen. Wo soll es hingehen mit unseren landwirtschaftlichen Betrieben? Hier braucht es eine Zukunftsperspektive, einen Gesellschaftsvertrag, der ausgestaltet werden muss – mit einer konsequenten Orientierung an Umwelt- und Tierschutz!

„Insieme“: Chor der Lebenshilfe zu Besuch im Landtag

Gestern war der Chor „Insieme“ der Lebenshilfe Traunstein bei mir im Bayerischen Landtag zu Gast – und brachte mit zwei Gesangseinlagen großartige Stimmung in das Ehrwürdige Haus!

Danach diskutierten wir über aktuelle politische und gesellschaftliche Themen. Besonders die massive Lebensmittelverschwendung lag den Besucher*innen am Herzen. Außerdem forderten sie bessere Mobilität am Land, besonders für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung . Wichtig finde ich auch die Forderung, dass die Gesellschaft, insbesondere Schülerinnen und Schüler, besser über das Down Syndrom informiert werden sollen.

Vielen Dank für euren Besuch im Landtag!

Agrarpolitische Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag